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Short Selling – Grundlagen (Teil 4)

Über diese Beitragsserie

Diese mehrteilige Serie ist als Grundkurs zum Thema ‚Wie kann ich für mehrere Tage bis Wochen auf fallende Kurse von Einzelaktien setzen?‘ gedacht. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass das sogenannte Short Selling von Einzelaktien kein Hexenwerk ist und wesentlich einfacher ist, als von vielen Tradern angenommen.

Eine umfangreiche Ausbildung zum Thema wird im Rahmen unseres Webinars ‚Short Selling von Einzelaktien‘ angeboten, welches am 9. und 10. Juni 2018 stattfindet. >Details zum Seminar<


… Fortsetzung (Teil 4; letzter Teil)

Zielsetzung als Ausgangspunkt der Vorteile einer Leerverkaufsstrategie

Jeder Trader sollte mit seinen Handelsaktivitäten mindestens ein Ziel verfolgen und festlegen, „wie“ er dieses Ziel oder diese Ziele erreichen möchte.

Ich verfolge neben der Wahrung meiner finanziellen Freiheit eine Vielzahl weiterer Ziele, zu denen insbesondere als oberstes Ziel eine herausragenden Performance gehört, die jedes Jahr, unabhängig von der Entwicklung der Aktienindizes, positiv ausfällt.

Erreichen möchte ich dieses Ziel aber nicht ‚irgendwie‘, sondern
1. mit Hilfe einer systematisch anwendbaren Strategie
2. ohne dem Eingehen hoher Verlustrisiken
3. ohne starke Schwankungen in meiner Performance-Entwicklung hinnehmen zu müssen.

Entscheidend ist für mich das Verhältnis aus Performance pro Jahr zu durchschnittlichem Drawdown (Performance-Rückschlag). Die Drawdown-Berechnung erfolgt dabei stets auf Basis der sogenannten ‚Closed Equity Curve‘, also des Kontostands zu Beginn der Abrechnungsperiode zuzüglich aller Gewinne und Verluste, der seit diesem Zeitpunkt geschlossenen Trades; siehe hierzu auch das NET Buch, Kapitel 3.4.3, Seite 89.

Vorteile des Short Sellings

Genau an dieser Stelle kommt nun der Vorteil zum Tragen, der sich ergibt, wenn das Short Selling von Einzelaktien mit dem Kauf von Einzelaktien kombiniert wird:
Es hilft, die Punkte 2 und 3 wesentlich effektiver zu erreichen, ohne das dies auf Kosten des übergeordneten Ziels, welches in dem Erreichen einer herausragenden Performance besteht, geht.

Der entscheidende Vorteil einer Leerverkaufsstrategie liegt darin, dass sie
a) hilft, ein Konto auch über Nacht zu schützen (zu ‚hedgen‘) und
b) dieses ‚Hedgen‘ nicht automatisch zu Lasten der Performance gehen muss.

Short Selling in Einzelaktien kann auch in Bullenmärkten helfen, die Entwicklung des Kontos (also die Performance-Kurve) zu glätten. Zwei Beispiele hatte ich dazu im vorherigen Beitrag angeführt.

Natürlich kommt es vor, dass Short-Positionen auf Einzelaktien mit einem Verlust geschlossen werden. Mit einem ‚intelligenten‘ Risiko-, Money- und Portfoliomanagement ist dies aber ein Performance-Nachteil, der zu verschmerzen ist und von dem entscheidenden, unter Punkt a) genannten Vorteil, bei weitem übertroffen wird.

Der grösste Vorteil: Verringerung des Übernachtrisikos

Gerade in politisch unsicheren Zeiten, wo eine negative Meldung ausreicht, um die Aktienmärkte über Nacht deutlich ins Minus laufen zu lassen (mit einem negativen Gap am nächsten Tag zur Markteröffnung), können Short Positionen von grosser Bedeutung für das Gesamtportfolio sein und zumindest teilweise etwaige Verluste kompensieren.

Der Nachteil des Übernachtrisikos kann damit entkräftet werden. Diese Aussage gilt natürlich nur solange das Verhältnis aus Short- und Long-Positionen sich in etwa die Waage hält.

Das bedeutet nicht, dass mit jeder Long-Position auch eine Short-Position aufgebaut werden sollte. Im Gegenteil: Die von mir angewendete und im oben genannten Seminar vermittelte Short Selling Strategie sucht losgelöst von der Kaufseite nach Einstiegsmöglichkeiten für einen Leerverkauf in Einzelaktien.

Die folgende Grafik zeigt ein solches Beispiel: Während der Long-Einstieg (Kauf der Aktie) von ATHM bereits am ersten Handelstag des neuen Jahres erfolgte, wurde eine Short-Position auf MTSI erst sechs Handelstage später aufgebaut – zu einem Zeitpunkt, an dem die ATHM Position bereits deutlich im Plus und der Stopp auf Einstiegsniveau angehoben worden ist. Auf diesem Weg wurde das Anfangsrisiko, in beiden Positionen gleichzeitig zu verlieren (weil ATHM fällt, während MTSI steigt) umgangen.

Positionen werden auf der Short-Seite – genauso wie auf der Long-Seite – also nur dann aufgebaut, wenn alle Regeln der zur Strategie gehörenden Komponenten erfüllt sind: Übergeordnetes Marktmodell (verantwortlich für die Bestimmung geeigneter Phasen), Branchenanalyse, Fundamentalanalyse und Chart-Technik sowie weitere Zusatzkriterien aus dem Sentiment-Bereich.

Ausblick

Im Laufe der zweiten April-Hälfte wird im Private Daily Planner (PDP) zusätzlich der Leerverkauf von Einzelaktien berücksichtigt. Dem PDP wird damit ein weiteres Alleinstellungsmerkmal hinzugefügt.

 

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