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Short Selling – Grundlagen (Teil 2)

Über diese Beitragsserie

Diese mehrteilige Serie ist als Grundkurs zum Thema ‚Wie kann ich für mehrere Tage bis Wochen auf fallende Kurse von Einzelaktien setzen?‘ gedacht. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass das sogenannte Short Selling von Einzelaktien kein Hexenwerk ist und wesentlich einfacher ist, als von vielen Tradern angenommen.

Eine umfangreiche Ausbildung zum Thema wird im Rahmen unseres Webinars ‚Short Selling von Einzelaktien‘ angeboten, welches am 9. und 10. Juni 2018 stattfindet. >Details zum Seminar<


… Fortsetzung (Teil 2)

Die Uptick Rule für Einzelaktien

Auch wenn der Broker den Leerverkauf der von uns selektierten Aktie erlaubt (siehe Teil 1), gilt es zu beachten, dass das Short Selling einer Aktie in den USA nur dann erlaubt ist, wenn dieses im Rahmen eines ‚Upticks‘ erfolgt (sogenannte Uptick Rule oder Uptick-Regel). Ein Uptick liegt vor, wenn der letzte gehandelte Preis über dem des zuvor gehandelten Preises liegt.

Beispiel: Aktie xyz wurde zuletzt zu $50 gehandelt. Dann liegt in dem Moment ein Uptick vor, wo die Aktie über $50 gehandelt wird – ein Leerverkauf wäre dann theoretisch möglich.

Ziel der Uptick Rule

Die Uptick-Regel der Securities Exchange Commission (Abkürzung SEC; SEC = US-Börsenaufsicht) soll verhindern, dass innerhalb eines Tages während eines extremen Abwärtstrends dieser noch zusätzlich durch Leerverkäufe beschleunigt oder verstärkt wird.

Einschränkung der Uptick Rule

Die Uptick Rule gilt nicht für Long-Aktien-Positionen, die durch einen Verkauf glattgestellt werden. Im Gegensatz zum Leerverkauf wird durch den Verkauf einer Long-Position nämlich die Position geschlossen – und das ist im Rahmen der Uptick Rule erlaubt.

Uptick Rule in der Praxis

Die Uptick Rule ist besonders für Daytrader unangenehm oder zumindest ‚lästig‘, die innerhalb eines Tages versuchen, in starken fallenden Trends Short-Positionen aufzubauen.

Für Trader, die wie ich, Aktien mit dem Ziel leerverkaufen, diese über mehrere Tage bis Wochen zu halten, hängt der Einstieg nicht von Minuten oder gar Sekunden ab. Entsprechend kann strategisch auf Basis eines vor Markteröffnung erstellten Handelsplans vorgegangen und beispielweise vor oder kurz nach Markteröffnung eine entsprechende Limit-Order platziert werden. Kommt es dann zu keinem Einstieg, ist nichts verloren – und das Aktienuniversum bietet insbesondere in den USA eine genügend grosse Auswahl möglicher anderer Kandidaten.

Die ‚Alternative Uptick Rule‘

Die SEC hat im Jahr 2010 eine weitere Regel, die sogenannte ‚Alternative Uptick Rule‘, auch bekannt als ‚Short Selling Rule 201′, eingeführt. Diese greift in dem Moment, wo eine Aktie innerhalb eines Tages mehr als zehn Prozent fällt. Ein Leerverkauf ist dann nur möglich, wenn dieser über dem NBBO (National Best Bid Offer), also über dem besten Bid (Angebotspreis) aller US-Börsen, an denen die Aktie gehandelt wird, liegt. Auf diese Weise soll der Aktienkurs ’stabilisiert‘ werden.

Auch für diese Regel gilt: Es ist wichtig zu wissen, dass diese existiert und was sie bedeutet, um entsprechende Hinweise, die ein Broker zu diesen Aktien unter Bezug auf die ‚Short Sellung Rule 201‘ gibt, zu verstehen.

Für den Swing Trader und mittelfristigen Trader aber ist die Regel in der Praxis eher von untergeordneter Bedeutung.

Indirekter Vorteil der ‚Alternative Uptick Rule‘

Die Regel hat aus Sicht eines Short Sellers sogar einen Vorteil: Sie erschwert den Einstieg in einem Moment, wo dieser aus mathematischer Sicht ohnehin keinen Vorteil mehr aufweist – nämlich dann, wenn die Aktie bereits zehn Prozent oder mehr gefallen ist und eine Fortsetzung des Kursverfalls (das kann anhand von Untersuchungen nachgewiesen werden) um weitere zwanzig bis dreissig Prozent eher unwahrscheinlich ist.

Fortsetzung folgt …

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