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Short Selling – Grundlagen (Teil 1)

Einleitung

Diese mehrteilige Serie ist als Grundkurs zum Thema ‚Wie kann ich für mehrere Tage bis Wochen auf fallende Kurse von Einzelaktien setzen?‘ gedacht. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass das sogenannte Short Selling von Einzelaktien kein Hexenwerk ist und wesentlich einfacher ist, als von vielen Tradern angenommen.

Eine umfangreiche Ausbildung zum Thema wird im Rahmen unseres Webinars ‚Short Selling von Einzelaktien‘ angeboten, welches am 9. und 10. Juni 2018 stattfindet. >Details zum Seminar<

Was ist Short Selling?

Das Short Selling einer Einzelaktie, Kurzform ’short gehen‘, wird auch als Leerverkauf bezeichnet. Die Idee eines Leerverkaufs besteht darin, eine Aktie, die man nicht besitzt, zu verkaufen und erst später – möglichst zu einem niedrigeren Kurs – zurückzukaufen. Der Rückkauf wird auch als ‚covern‘, ‚buy to cover‘ oder ‚Glattstellen‘ bezeichnet.

Vergleichbar ist der Leerverkäufer mit einem Autohändler, der uns ein Auto verkauft, welches er noch nicht vorrätig hat und erst ab Werk bestellen muss. Der Händler verkauft uns ein Auto, welches er später erst kauft.

Die Rolle des Brokers

Um einen Leerverkauf durchführen zu können, muss uns der Broker die Aktie zur Verfügung stellen (leihen, im Englischen als ‚borrow‘ bezeichnet). Der Leerverkäufer zahlt dafür pro Tag eine kleine Gebühr (Zinsen). Der Broker wiederum leiht sich die Aktie bei einem Besitzer, also einem Kunden, der die Aktie gekauft hat und diese ‚long‘ ist, also besitzt und in seinem Portfolio hat.

Der Kunde muss im Vorfeld seine generelle Einwilligung gegeben, dass Aktien, die er besitzt, vom Broker beliehen werden dürfen. Diese Einwilligung ist kein Muss (sie kann verweigert werden) und erfolgt in der Regel mit der Kontoeröffnung. Sie findet sich im ‚Kleingedruckten‘. Aus diesem Grund ist den wenigsten Tradern und Investoren bekannt, dass ihre Long-Aktien-Positionen an Leerverkäufer verliehen werden können. Der Vorteil: Der Kunde, der die Aktie long ist, erhält für das Bereitstellen der Aktie eine (allerdings winzige) Gutschrift.

Praxis: Nicht jede Aktie kann leerverkauft werden

Findet ein Broker keinen Kunden, der die von uns für einen Leerverkauf ausgewählte Aktie besitzt (long ist), lässt sich die Aktie in diesem Moment nicht short gehen (sie ist dann nicht ’shortable‘). Broker veröffentlichen zu diesem Zweck eine entsprechende Liste, die in der Regel sogar mehrfach am Tag aktualisiert wird. Diese Liste beinhaltet entweder diejenigen Werte, die leerverkauft werden können oder aber diejenigen Aktien, die sich nicht leerverkaufen lassen. Im letzteren Fall wird von der ‚hard-to-borrow list‘ gesprochen.

In diesem Fall ist der Short Trade in der Einzelaktie nicht möglich.

Beispiel eines Leerverkaufs

Die folgende Grafik (zum Vergrössern auf das Bild klicken) zeigt einen für mein Short Selling typischen Muster-Trade in MTSI. Einstiegstag: 9. März 2018, Ausstieg am Montag, 26. März 2018.

Fortsetzung folgt …

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