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Montag, 5. Februar 2018 – was für ein Tag!

Montag, 5. Februar 2018, 22:25 Uhr – soeben wurde ein spannender und für mich erfolgreicher Börsentag beendet.

Der heutige Tag geht als der erste Tag in die Börsengeschichte ein, an dem der Dow Jones Industrial Index über 1’000 Punkte verlor. Das entspricht aufgrund des hohen Punktestandes allerdings ’nur‘ einem Minus von 4,6 Prozent. Ein höheres Minus hatten wir zuletzt mit -7,7 Prozent, am 1. Dezember 2008, im Rahmen der Finanzkrise gesehen.

Eigentlich halte ich den Dow Jones für uninteressant, weil er ein preisgewichteter Index ist, also nicht, wie beispielsweise der S&P 500 Index, auf Basis der Marktkapitalisierung seiner Mitglieder gewichtet wird. Bedingt durch ihren starken Kurszuwachs, auf ein Hoch von $361,45 in der vergangenen Woche, hatte die Aktie von Boing dadurch zuletzt mit knapp 10 Prozent die höchste Gewichtung im Dow Jones – obwohl andere Mitglieder, wie beispielsweise Apple, eine (teilweise) deutlich höhere Marktkapitalisierung aufweisen.

 

Wesentlich aussagekräftiger, was das Interpretieren des Aktienmarkts betrifft,  sind Indizes wie der S&P 500, Nasdaq Composite oder Russell 1000 Index, die heute alle um die vier Prozent verloren haben. Der S&P 500 Index hatte zuletzt am 18. August 2011 mit einem höheren Minus (4,4%) geschlossen – also deutlich nach der Finanzkrise.

Aber ist denn jetzt eigentlich Panik am Markt ausgebrochen?

Meines Erachtens zeigt der VIX-Index, dass eine Verkaufspanik vorhanden war. Der Volatilitätsindex der Chicagoer Optionsbörse CBOE, legte bis 22:15 Uhr um 115 Prozent gegenüber dem Freitagsschlusskurs zu – ein deutliches Anzeichen von Panik!

Mein Lieblingsindikator für das Messen der Panik auf Intraday-Basis (was natürlich viel aussagekräfitger ist) ist aber ein anderer Indikator, der meine VIX-Interpretation bestätigt:

Frage:

Was meinen Sie, woran kann ich auf Intraday-Basis (also während des Handelstages), durch das blosse beobachten von Echtzeitkursen erkennen, dass es am Markt Panikverkäufe gibt? Zur Erläuterung: Ein Panikverkauf bedeutet, dass Besitzer von Aktien diese unlimitiert verkaufen, ihnen der Ausführungspreis in dem Moment der Order-Aufgabe also egal ist.

Antwort:

Durch beobachten des Bid-Ask Spreads (Geld-Brief Differenz) in führenden Aktien und Aktienindizes. Letztere lassen sich über börsennotierte Indexfonds (ETFs), wie den SPY, der den S&P 500 Index im Verhältnis 1:10 nachbildet, beobachten.

Bezogen auf den heutigen Tag: Der SPY hat an normalen Börsentagen lediglich einen Bid-Ask Spread von ein bis zwei Cent. Weitet sich dieser Spread, so wie heute ab circa 20:40 Uhr, regelmässig für mehrere Minuten auf über vier Cent aus, kann definitiv von Panik gesprochen werden. Genau dieses Szenario fand sich übrigens auch in Apple (-2,83%): Normaler Spread ein bis zwei Cent, heute teilweise mehr als 10 Cent – und das, obwohl die Aktie verhältnismässig wenig nachgegeben hat.

In meinem eigenen Handel habe ich heute meine Hedge-Positionen (teilweise in Optionen auf den VXX und teilweise in Index-ETFs) glattgestellt. Aus den verbliebenen Long-Positionen in Einzelaktien war ich bereits vergangene Woche ausgestiegen.

Fazit:

Heute gab es Panik am Markt, die wir vom Level her zuletzt – allerdings nur kurzzeitig – im Juni 2016 anlässlich der Brexit-Entscheidung gesehen haben. Selbst im Januar 2016, als der Markt deutlich fiel, gab es diese fast 1,5 Stunden anhaltende Panik nicht.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt am morgigen Dienstag entwickelt und ob die Panik auf Europa und den Rest der Welt überschwappt, bevor es in den USA ab 15:30 Uhr in den regulären Handel geht. Eine Fortsetzung der Korrektur – zumindest in den ersten Minuten – käme nicht überraschend. Offen gesagt ist mir dies aber auch egal. Ich warte jetzt geduldig auf die Chancen, die da kommen …

Jede Korrektur bestellt das Feld für neue Seitwärtsbewegungen in Einzelaktien und ermöglicht dadurch gute Gelegenheiten für den Einstieg in interessanten Aktien aus attraktiven Branchen. 

 

 

 

 

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